Interview mit Christina Hiemer

Zusammen mit der lieben Mona von @read.a.cupcake haben wir ein paar Fragen an die Autorin von Mentira – Stadt der Lügen gestellt. Christina war sofort bereit dazu und hat sich riesig über das Interview gefreut, sie meinte sogar, sie würde uns wirklich alles beantworten, aber ob das eine gute Idee war?

Fangen wir mal mit den persönlichen Fragen an, später gibt es dann noch ein paar Fragen zu Mentira. Ich hoffe ihr seid schon gespannt.

Was zählt sind Taten. Handle! Fordere die Welt heraus und ich kann dir versichern, sie wird die Herausforderung annehmen.

Mentira – Stadt der Lügen

Mona: Wann und warum hast du angefangen mit dem Schreiben?

Christina: Ehrlich gesagt ist es noch gar nicht so lange her, dass ich mit dem Schreiben angefangen habe. Meine aller erste (geschriebene!) Kurzgeschichte wurde 2017 in einer Anthologie auf der LBM veröffentlicht. Hauptsächlich habe ich mit dem Schreiben begonnen, weil ich so viele Gedanken und Ideen im Kopf hatte und ich der Meinung war, das Schreiben wäre das passende Ventil, um sie rauszulassen. Es war nie geplant, Bücher oder Geschichten zu veröffentlichen, aber irgendwie hat sich das hobbymäßige Schreiben sehr schnell verselbstständigt und mittlerweile bin ich total froh, dass sich alles so schnell verändert hat. Ein Leben ohne Schreiben, kann ich mir jetzt gar nicht mehr vorstellen!

Mona: Was war es für ein Gefühl das erste eigene Buch gedruckt in den Händen zu halten?

Christina: Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, als ich Mentira auf der FBM 2018 das aller erste Mal am Messestand live gesehen hab. Wir waren kaum 10 Minuten auf dem Messegelände und als ich den Stand sah zwängte ich mich an lauter mir völlig fremden Menschen vorbei, packte das erstbeste Exemplar und blätterte es durch. Die Verlagsmenschen von Talawah und Sadwolf mit denen sich mein Verlag einen Stand teilte müssen auch gedacht haben ich hab‘ sie nicht mehr alle! Ihre Blicke waren eine Mischung aus „WTF?“ und „bezahlt-sie-das-Buch-jetzt-immerhin-hat-sie-es-jetzt-angetatscht“ 😀 Als ich dann irgendwann die Blicke bemerkte und erklärte „das ist meins!“, lächelten sie nur wissend. Vermutlich ist man unter Verlagsmenschen von Debütautoren dieses Verhalten schon gewöhnt!

Mona: Möchtest du auch was außerhalb der Fantasywelt schreiben/veröffentlichen?

Christina: Da ich auch schon bei einzelnen Kurzgeschichten wie „After Death“ in der Anthologie „Virtuelle Welten“ eher in Richtung Science-Fiction abgedriftet bin, kann ich mir für die Zukunft sehr gut vorstellen, auch mal etwas näher in diese Richtung zu gehen. Auch realistische Jugendbücher schließe ich per se nicht aus, da ich auch dort schon die ein oder andere interessante Idee im Kopf hatte. Aber fürs erste werde ich dem Fantasy/Dystopie-Genre treu bleiben.

Mona: Was tust du bei/gegen eine Schreibblockade?

Christina: So wirklich kann ich das gar nicht sagen, weil ich noch nie eine „richtige“ Blockade hatte. Als ich letztes Jahr meinen alten Verlag verließ, schrieb ich monatelang kaum bis gar nicht. Aber nicht, weil ich nicht konnte, sondern weil ich nicht wollte. Aber sollte ich jemals das Gefühl haben blockiert zu sein, würde ich nach dem „Warum“ forschen und versuchen, dort eine Lösung zu finden. Aber hoffen wir einfach, dass ich nie eine Schreibblockade bekommen werde

Mona: Was ist in Sachen Schreiben dein größtes Ziel/ dein größter Wunsch?

Christina: Derzeit träume ich tatsächlich von einem Hörbuch! Klingt vielleicht für viele total banal, aber ich würde riesig gern jemand anderem dabei zuhören, wie er mein Buch vorliest! Das stelle ich mir wirklich mehr als genial vor Dabei höre ich selbst eigentlich gar keine Hörbücher, aber da würde ich wohl mal eine Ausnahme machen 😀 Ansonsten wünsche ich mir, dass mir das Schreiben immer so viel Spaß machen wird, wie genau jetzt. Ich fühle mich wohl mit meinen Worten und natürlich würde ich mich freuen, wenn in Zukunft noch viele weitere Bücher von mir erscheinen.

In unserer Welt wurden wichtige Entscheidungen nie im perfekten Moment gefällt. Wichtige Entscheidungen fielen in ausweglosen Situationen, zwischen unheilvollen Begegnungen und schmerzhaften Verlusten.

Mentira – Stadt der Lügen
Autorin
Christina Hiemer
Verlag
Impress
reihe
Mentira 1
Seiten
417

Bevor wir zu den Fragen über Mentira kommen, möchte ich euch noch den Klappentext zeigen, für all diejenigen, die das Buch bisher nicht gelesen haben. Auf der linken Seite findet ihr noch ein paar Infos und das tolle Cover. (:

“In einer Welt, in der nur die Wahrheit zählt, kann eine einzige Lüge alles verändern.”
Melia ist ein Mitglied der Ruína und als solches ist die Wahrheit tief in ihr verwurzelt. Doch durch den Auftrag, ein mysteriöses Buch aus vergessenen Zeiten ausfindig zu machen, gerät das Vertrauen in ihre Schwesternschaft ins Wanken. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und flieht. Aber außerhalb der Stadtmauern Mentiras liegt eine Welt, in der die Wahrheit kein Gewicht hat, in der Lügen und Betrügereien zum Alltag gehören. Hier trifft sie auf Jaron, einen verstoßenen Wächter. Und obwohl sich Melia der Gefahr bewusst ist, schenkt sie dem Mann mit den stechend grünen Augen ihr Herz

Klingt das nicht unheimlich spannend? Mona und ich haben uns jedenfalls Beide total in das Buch verliebt und freuen uns schon im Februar endlich ein weiteres Mal in Melias Welt zu versinken. Der genaue Erscheinungstermin ist der 13.02.2020. Für einen kleinen Vorgeschmack auf Band 2 gibts ein Spoiler freies Zitat, welches Christina sich ausgesucht hat.

Es schien, als sei die Schattenstadt nicht mehr als eine vage Erinnerung, ein verlasster Schatten in einer sonst schillernd bunten Welt. Alles, was noch vor wenigen Tagen wichtig gewesen war, hatte für mich an Bedeutung verloren.

Mentira – Stadt der Verstoßenen

Nun zu den Fragen über Mentira, die Welt die Christina geschaffen hat und die Charaktere die euch erwarten.

Jenny: Wie bist du auf die Idee von Mentira gekommen? Insbesondere auf die Stadt der Lügen?

Christina: Ursprünglich war Mentira ja für eine Kurzgeschichtenausschreibung zum Thema „Klimawandel“ gedacht. Aber die Kurzgeschichte wurde abgelehnt (das Beste, was mir passieren konnte – rückwirkend betrachtet!) und ich wollte und konnte diese Geschichte einfach nicht loslassen. Da mich Lügen schon immer faszinierten, war es für mich irgendwie ein inneres Bedürfnis deren Tragweite in dieser Geschichte zu zeigen. „Mentira“ bedeutet auf Portugiesisch nämlich ebenfalls „Lüge“ 😊 Wie genau ich aber auf die Idee der zwei Städte kam, weiß ich gar nicht mehr so richtig. Mein Kopf ist ein sehr chaotischer Ort, an dem tausend Ideen gleichzeitig um die Vorherrschaft kämpfen. Ich wusste nur, dass ich diese Geschichte erzählen muss und dass sie von Lügen, Verrat und Mut handeln sollte.

Jenny: Was verbindest du mit den Charakteren?

Christina: Auch wenn ich es bei manchen Figuren gerne abstreiten würde, muss ich zugeben, dass jede von ihnen wohl auch ein bisschen von mir selbst in sich trägt. Melias Neugierde und ihr Drang die Wahrheit zu suchen. Jarons schlechtes Gewissen und sein Wunsch, die Taten die er verbrochen hat wiedergutzumachen. Kilians Arroganz, genauso wie seine Verletzlichkeit, die er nur zu gern verbergen würde. Und natürlich Nathans Gutmütigkeit und sein Pflichtbewusstsein. Jeder von ihnen trägt wohl ein Stückchen „Christina“ im Herzen. Ich hänge an jeder einzelnen Figur, an jedem einzelnen Abenteuer, dass sie erleben durften und ich möchte keinen von ihnen missen. Ich habe unfassbar viele Stunden mit ihnen verbracht und sie werden immer etwas Besonderes für mich bleiben.

Jenny: Würdest du selbst gern in der Welt von Mentira leben wollen? Wenn ja in welcher Stadt?

Christina: Ich fände es unglaublich spannend die drei Städte zu bereisen, die ich vor meinem geistigen Auge schon so oft besuchen durfte. Mentira ist natürlich ganz weit oben auf der Liste, aber auch die Burg von Sombra mit ihren vielen Türmen und den Marktplatz würde ich sehr gern einmal besuchen. Aber ob ich dauerhaft dort leben würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau. Jede dieser Städte (auch die neue aus Band 2) hat ihre Tücken und auch wenn ich glaube, dass jeder Ort seine Schattenseiten hat, so sind sie in Mentira und Sombra doch wesentlich dunkler als anderswo. Aufregend wäre es jedoch allemal – in jeder dieser Städte, schon alleine weil sie alle so unterschiedlich sind.

Jenny: War dir von Anfang an klar in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird oder bist du erst nach und nach auf die Idee gekommen?

Christina: Mentira und die Idee um diese Stadt hat sich entwickelt. Stück für Stück, Seite für Seite. Ich hatte zuvor noch nie einen Roman geschrieben und stolperte von Kapitel zu Kapitel, ohne Plan oder einer leisen Ahnung, was ich da überhaupt tue. Die Welt formte sich anhand dessen, was ich sah. Die Figuren fühlten was ich fühlte. An schlechten Tagen waren sie wütend, taten schreckliche Dinge, verrieten diejenigen die sie liebten. An guten Tagen erkundeten sie ihre (Buch-)Welt, schlossen Freundschaften und erlebten Abenteuer. Alles was ich sah, sahen auch sie und auch, wenn ich vieles falsch gemacht habe, so bereue ich meine Planlosigkeit nicht eine Sekunde lang. Man wächst mit seinen Aufgaben und ich stehe noch ganz am Anfang von etwas Großartigem.

Jenny: Auf was können wir uns im zweiten Band so richtig freuen?

Christina: Auf jede Menge unerwartete Begegnungen! Ich würde darauf wetten, dass niemand das was in Band 2 passiert erwarten würde 😊 Die Stadt der Verstoßenen ist ein wundersamer Ort und Melias Entwicklung und die Abenteuer, die sie erlebt, werden die Leser hoffentlich atem-und sprachlos zurücklassen. Ich wollte einen Abschlussband, der den ersten Teil noch einmal in einem völlig anderen Licht dastehen lässt und hoffe sehr, dass mir das gelungen ist. Mentira folgt keinem bekannten Schema und das war etwas, dass mir immer am Wichtigsten war. Ich hoffe sehr, dass es mir gelungen ist, einen eigenen, neuen Weg mit dieser Geschichte einzuschlagen. Es wird düster, magisch, mysteriös und anders – und ich freue mich schon darauf euch dabei zuzusehen, wie ihr diese Welt erkundet!

Meine Taten waren ein Teil von mir und meine Vergangenheit war mir nach wie vor ins Fleisch gebrannt.

Mentria – Stadt der Lügen

So, das wars auch schon. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und wir konnten euch etwas von Christina und Mentira überzeugen. (: