Rezension „die Stille meiner Worte“

Titel: Die Stille meiner Worte
Autor: Ava Reed
Verlag: Ueberreuter Verlag
Erscheinungsdatum: 09.03.2018
Sprache: Deutsch
Seitenzahl: 320

Klappentext:

Hannah hat ihre Worte verloren. In der Nacht, als ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen? Niemand kann das. Egal, was Hannahs Eltern versuchen, sie schweigt.
Um Izzy nicht loslassen zu müssen, schreibt sie ihr Briefe. Schreibt und verbrennt sie. Immer wieder.
Hannah kann der Stille ihrer Worte nicht entkommen. Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist …

Die Charakterte:

Hannah: Sie Lebt in ihrer eigenen Welt. Lässt niemanden an sich ran, außer den Kater Mo, das Einzige, was ihr von ihrer Schwester geblieben ist. Sie hat ihre zweite Hälfte verloren und wünscht sich nichts mehr, als Izzy wieder bei sich haben zu können.

Eigentlich ist Hannah ein total lebensfrohes Mädchen. Sie hört und macht gerne Musik, tanzt und lacht, doch mit ihrer Schwester, hat sie auch ihre Lebensfreude verloren. Selbst ihre Worte findet sie nicht wieder und ist somit in ihrer eigenen Stille gefangen. Sie ist ein Mensch den man gerne um sich hat. Ein Mädchen, das man gern zur Freundin oder Schwester hätte.

Levi: Man lernt ihn als ruhigen und sehr distanzierten Jungen kennen, der anfangs etwas seltsam wirkt, mit seiner alten, abgetragenen Cap und der Gitarre, aber sobald man Levi besser kennenlernt, merkt man, das er eigentlich ein total lieber Kerl ist.

Levi macht gerade eine schwere Zeit durch, in der er liebgewonnene Dinge hinter sich lassen und seinen neuen Platz in der Gesellschaft finden muss.

Er ist Charmant, liebenswürdig und definitiv nicht der „Bad Boy“ den man doch in jedem Buch erwartet. Nein, das Einzige was man ihm nachsagen kann ist, dass er nicht locker lässt, wenn ihn etwas oder jemand interessiert…

und Hannah ist ein Mädchen, das Levis Interesse weckt. Vielleicht viel mehr, als er anfangs denkt.

Izzy: Man lernt sie selbst leider nicht kennen, aber durch Hannahs Erinnerungen erfährt man trotzdem genug über sie, um sie am Ende selbst zu vermissen. Izzy war das Leben pur. Sie war mutig, ständig am lachen und hin und wieder ein wenig frech. Ach ja … und natürlich war sie total verrückt nach Mo. =D

Sarah: Ein ruhiges, verschlossenes Mädchen mit Rollkragenpullover. So lernt man Sarah kennen, aber man merkt schnell, das sie trotzdem sehr hilfsbereit ist und bemüht sich das Richtige zu tun. Viel möchte ich über Sarah gar nicht sagen, aber sie ist definitiv ein wichtiger Charakter in diesem Buch und auch sie ist, egal was ihr in ihrem früheren Leben zugestoßen ist, sehr, sehr liebevoll und eine gute Freundin.

Mo: Ich liebe, liebe, liebe ihn einfach! Wer bisher daran gezweifelt hat, das Katzen und Menschen zusammen gehören, der sollte spätestens jetzt seine Abneigung gegen Katzen ablegen und sich selbst so eine süße Fellnase holen. Auch wenn man manchmal nicht weiß ob Mo ein Hund im Katzenpelz ist oder tatsächlich eine Katze, so weiß man eines sicher > er ist einfach wundervoll. Obwohl man eigentlich meinen sollte ein Kater kann in einem Buch keine so große Rolle haben, vor allem dann nicht, weil er ja nicht reden kann, der hat sich getäuscht. Dieses kleine Tierchen ist einfach wundervoll und man könnte meinen er versteht und Menschen manchmal besser, als wir uns selbst verstehen.

Der Schreibstil:

Die meiste Zeit durchlebt man das Buch aus Hannahs Sicht, die in der Ich-Perspektive geschrieben ist. Hin und wieder findet man zwischen den Kapiteln kleine Briefe die Hannah an Izzy geschrieben hat. Diese erkennt man sofort an der anderen Schriftart und den Tintenklecksen die auf der Seite verteilt sind… auf jeden Falle eine total süße Idee.

Ab und an darf man auch einige Zeilen aus Levis Sicht lesen, was einem auch die Möglichkeit gibt, die Dinge aus einer anderen Blickwinkel zu betrachten.

Ich habe bereits andere Bücher von Ava verschlugen und so war es auch hier keine Überraschung, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Kaum hab ich angefangen, war ich schon wieder am Ende des Buches angelangt und hab mich gefragt wo die Zeit und die Seiten verschwunden sind.

Obwohl die Geschichte oftmals sehr traurig ist, hat die Autorin es geschafft, dass man unbedingt weiterlesen musste.

Meine Meinung:

Wo fängt man bei einem Buch an, das einen vollkommen zerstört hat?

Natürlich wurde man am Ende wieder halbwegs zusammen geklebt und Ava hat einen nicht ganz wie ein Häufchen Elend zurückgelassen, aber es war doch ein sehr emotionales Buch.

Obwohl ich normalerweise eher weniger dazu neige bei einem Buch den Tränen nahe zu sein, auch wenn mich etwas sehr berührt, hat es diese Geschichte geschafft. Ich war fix und fertig.

Man begleitet Hannah durch die schwerste Zeit ihres Lebens.

Nachdem sie ihre Zwillingsschwester verloren hat, fehlt ein großer Teil von Hannahs Leben. Sie hat nicht nur ihren Halt, ihre zweite Hälfte oder ich Lachen verloren, sondern auch ihre Stimme.

Sie möchte so viele Dinge sagen. Möchte ihren Eltern sagen wie sie sich fühlt. Hannah würde am liebsten schreien. Schreien bis nichts mehr von der Trauer, der Wut und dem Verlust da ist, aber sie kann nicht. An dem Tag an dem Izzy gestorben ist, hat Hannah angefangen sich ohne ihre Schwester selbst immer mehr zu verlieren. Sie verliert sich in einer Stille, die sie alleine nicht durchbrechen kann.

Von der ersten Seite an ist man in dieser Welt der Stille gefangen… Mit jeder weiteren Seite die ich gelesen hab, habe ich mich mehr in der Welt von Hannah verloren. Ihre Trauer hat sich fast angefühlt wie meine Eigene. Die Entwicklung die sie durchmacht, die man Schritt für Schritt begleitet ist faszinierend. Jeder einzelne Charakter in diesem Buch entwickelt sich sehr stark und es ist schön diese Fortschritte mitzuerleben.

„Die Stille meiner Worte“ ist definitv keine leichte Lektüre für zwischendurch, denn man braucht einige Zeit um diese ganzen Gefühle die in einem aufkommen und die Gedanken wieder zu ordnen, trotzdem kann ich es nur empfehlen, oder vielleicht genau deswegen. Ava hat es geschafft einem das Gefühl zu geben, man wäre Hannah und vor allem hat sie es geschafft ein so trauriges Thema in eine Geschichte zu verpacken, in die man sich einfach nur verlieben kann.

Eigentlich könnte ich noch Stunden weiterschreiben und euch erzählen was mir bei dem Buch alles durch den Kopf ging. Was ich empfunden habe usw., aber letztendlich werden meine Worte dem Buch nicht gerecht und ihr solltet es am Besten selbst lesen.

Dieses Buch kann ich einfach nur weiterempfehlen. Lest es. Lasst euch von der Geschichte mitreißen und taucht in die Welt von Hannah und Mo ein!

ICH FINDE WORTE,

ICH FINDE TAUSENDE DAVON

UND SIE ALLE SIND IN MEINEM KOPF.

SIE FINDEN NUR DEN WEG NICHT HINAUS.“ – Hannah

auch wenn dieses Zitat „nur“

vom Klappentext ist,

finde ich es doch sehr treffend

Ach und wenn ich euch fragt wo diese Rezi herkommt….

… das werdet ihr noch erfahren… irgendwann 😛

P.L.

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